Ein Hauch von Venedig in Westaustralien

Australien ist sicher nicht das Land, in das man von Deutschland aus “mal eben verreist”. Doch es ist und bleibt für viele das Traumreiseland schlechthin. Und auch wenn die Anreise einer kleinen Weltreise gleicht, so ist das “Land Downunder” doch schneller erreichbar als die meisten von Euch denken.

 

Wenn Du Deine Reise nämlich an der Westküste in Perth beginnst, startest Du den Urlaub mit weniger Jetlag als nach einem Flug an die Ostküste. Und von Europa aus sind es “nur” 17 Flugstunden bis Perth, der pulsierenden Hauptstadt Westaustraliens, dem ursprünglichsten und naturbelassensten Teil Australiens. Nur einen Känguruhsprung von Perth entfernt, nämlich 74 Kilometer südlich, befindet sich die Küstenstadt Mandurah - perfekt für einen Tagestrip oder auch einige Tage mehr. Wenn Du es bis jetzt noch nicht geschafft hast in den Urlaubsmodus umzuschalten, wirst Du es hier tun. Bewohner und Touristen gleichermaßen genießen Mandurahs ganzjährige, entspannte Urlaubsatmosphäre. So ist es nicht verwunderlich, dass die Stadt ein beliebtes Ausflugsziel für die Bewohner von Perth ist, vor allem an den Wochenenden und in den Ferien.

 

 

Die Stadtanlage spielt dabei eine entscheidende Rolle. Die spektakulären Wasserwege des Peel-Harvey Estuary, eines der größten Wassersysteme Australiens, bilden das Zentrum Mandurahs. Die Stadt liegt sowohl rund um dieses Frischwassersystem als auch an einem langen Küstenabschnitt mit traumhaften Sandstränden. Einige Stadtteile sind sogar rund um künstlich angelegte Kanalsysteme gebaut, weshalb Mandurah auch häufig “Das Venedig Westaustraliens” genannt wird.

 

 

Diese Assoziation ist durchaus beabsichtigt. Darauf deuten nicht nur die Straßennamen wie “Marco Polo Drive” und “Vivaldi Drive” im nord-westlichen Teil des Stadtzentrums hin, sondern auch die Wasserstraßen, die tatsächlich “Venetian Canals” heißen. Die Binnengewässer Mandurahs, die eine Fläche von 136 Quadratkilometern umfassen, sind mehr als doppelt so groß wie Sydney Harbour und ein Paradies für Wassersportler und Bootliebhaber. Aber auch für zahlreiche Zugvögel, wie z. B. den Rotkehl-Strandläufer, der mit 30 Gramm weniger als eine Streichholzschachtel wiegt und in 8 Tagen von Sibirien nach Mandurah fliegt, um hier zu überwintern. Der Peel-Harvey Estuary ist auch das Zuhause der berühmten blauen Schwimmkrabben und von ca. 200 Delfinen (Große Tümmler). Um die Delfine aus nächster Nähe zu sehen, kannst Du eine Delfin-Tour per Boot buchen. Diese finden mehrmals täglich statt. Doch sehr häufig kann man die Delfine bereits vom Ufer aus beobachten, denn Mandurah ist in der Tat der einzige Ort in Australien, wo Delfine täglich bis ins Stadtzentrum kommen. Ein unvergessliches Erlebnis ist es, wenn diese eleganten Geschöpfe plötzlich neben Dir auftauchen, während Du gerade auf Deinem Kajak die Wasserwege entlangpaddelst. Außer Kajaks und Kanus kannst Du in Mandurah aber auch Motor- und Hausboote mieten, um die beeindruckenden Ökosysteme rund um den Peel-Harvey Estuary zu erkunden. Einen Bootsführerschein brauchst Du dafür nicht.

 

Neben den maritimen Highlights gibt’s genug an Land zu entdecken. Eine der beliebtesten Sehenswürdigkeiten ist der Yachthafen namens “Mandurah Ocean Marina”, in dem unter anderem viele luxuriöse Yachten ankern. Rund um den Yachthafen befinden sich zahlreiche kleine Läden, Boutiquen sowie Cafés und Restaurants. Hier kannst Du die wunderschöne Aussicht zum Beispiel bei einer Portion “Fish & Chips” genießen. Oder lass’ es Dir einfach bei einer Tasse Kaffee in einem der anderen direkt am Wasser gelegnen Cafés und Restaurants gutgehen. Das Kleingeld sitzt in Mandurah ohnehin etwas lockerer, denn hier kannst Du im gesamten Stadtzentrum umsonst parken!

 

Für viele deutsche Touristen ist das allein schon ein guter Grund, nach Mandurah zu fahren.Wer mehr über die Geschichte und Metamorphose Mandurahs von einem kleinen Fischerdorf zu einem modernen Venedig erfahren möchte, sollte das Mandurah Community Museum besuchen. Der Eintritt ist frei. Darüber hinaus hat die Stadt verschiedene Kunstgalerien und Ausstellungen im Performing Arts Centre zu bieten.Wenn Du Bewegung magst, dann miete Dir einfach ein Fahrrad. Die kilometerlangen Radwege entlang der Küste machen Mandurah zu einem Paradies für Radfahrer. Ein Abenteuer auf Rädern der besonderen Art ist eine Segway-Tour, bei der Du die Natur Mandurahs mit einem professionellen Guide erkunden kannst.

 

 

Doch neben Naturschutzgebieten, Wassersport, Delfinen und Venezianischen Kanälen gibt es noch viele weitere gute Gründe, Mandurah zu besuchen. Von Anfang Dezember bis Mitte Januar verwandelt sich Mandurah von einem kleinen Venedig in ein Klein Las Vegas. Grund ist die Weihnachtsdekoration der direkt an den Kanälen gelegenen Luxusvillen. Die Anwohner geben oft fünfstellige Dollarbeträge für ihre Weihnachtsdekoration aus und verbringen Wochen damit, diese anzubringen. Das Ergebnis ist atemberauend. Die Villen sind nahezu vollständig in Lichterketten gehüllt, die in allen möglichen Farben glitzern und blinken. Dieses Spektakel lässt sich am besten vom Boot aus bewundern. Wer selbst keines hat, sollte sich sehr rechtzeitig ein Ticket für die “Christmas Lights” Bootstouren sichern. Etwa 40 Kilometer südlich von Mandurah lassen sich im Yalgorup National Park Thromboliten erkunden. Thromboliten sind weltweit einzigartig und gelten als die ältesten, noch lebenden Fossilien der Welt. Sie werden als die ersten erkennbar durch Organismen aufgebauten Gebilde angesehen. Man vermutet, dass diese steinähnlichen Urzeitwesen die Quelle allen Sauerstoffs auf der Erde sind.

 

 

 

Die 6.600 Quadratkilometer große Peel Region, zu der die Stadt Mandurah gehört, ist voll von einzigartigen Naturwundern und ist eine der vielfältigsten Regionen Westaustraliens.Hier findest Du alles – kilometerlange Strände, Flüsse, Nationalparks bis hin zu urwüchsigen Wäldern. Und alles nur etwa eine Autostunde von Perth entfernt.

 

http://www.visitpeel.com.au/

 

© Text: Nadine Heinen

© Fotos: Gerd HeinenDelfin Foto Mandurah Cruises